Bauplatz bei Nacht mit blauem Drahtgittermodell eines Rohbaus und Kran

KI im Bauwesen

KI im Bauwesen –
Leitfaden für Entscheider:Innen

Orientierung für Planungsbüros, Bauunternehmen und Vergabestellen: belegte Zahlen, geprüfte Werkzeuge und klare Leitplanken für Submission, Kalkulation, Planung und BIM.

Einsatzfelder

Submission bis BIM

Datenlogik

Ampel mit 4 Umgebungen

Werkzeuge

Nach Aufgabe sortiert

Stand

24. August 2026

Bevor du startest

So liest du diese Seite: vier Etappen, kein Vorwissen nötig

Diese Seite ist ein Leitfaden, kein Fachartikel. Du musst nichts über KI wissen, um sie zu nutzen. Jedes Kapitel beginnt mit einer einfachen Erklärung und endet mit einem konkreten nächsten Schritt. Fachbegriffe stehen unten im Glossar.

Du hast 3 Minuten

Lies die Landkarte darunter und das 3-Zonen-Modell. Das reicht, um in einer Sitzung mitzureden.

Du hast 15 Minuten

Nimm zusätzlich die Datenampel und die Modellwahl. Danach weisst du, was ihr sofort verbieten und was ihr freigeben könnt.

Du willst starten

Arbeite die vier Startschritte durch und nutze die verlinkten Werkzeuge. Alles ist frei zugänglich.

Deine Checkliste: fünf To-dos

0 / 5 erledigt

Das sind die fünf Schritte, die am Schluss dieser Seite erledigt sein sollten. Häkchen bleiben auf diesem Gerät gespeichert.

  • Im Team fragen, wer heute schon KI nutzt — und über welches Konto. dazu lesen →
  • Datenampel ausfüllen: was darf raus, was bleibt intern? dazu lesen →
  • Bestehende Verträge prüfen (Microsoft 365, Google, OpenAI): Business oder Gratis? dazu lesen →
  • Eine KI-Richtlinie auf einer Seite festhalten und kommunizieren. dazu lesen →
  • Einen Pilotfall wählen, der in 4 Wochen messbar ist. dazu lesen →
00Übersicht

Die Landkarte: in fünf Schritten von der ersten Anwendung zum sicheren Rollout

Fünf Etappen von den Anwendungen über Leitplanken, Toolwahl und Zonenmodell bis zu Pilot und Rollout. Alles Weitere auf dieser Seite hängt an diesen fünf Punkten.

Infografik: KI im Bauwesen, die Landkarte. Fünf Etappen von Anwendungen über Leitplanken, Toolwahl und 3-Zonen-Modell bis Pilot und Rollout.
Artefakte aus dem Workshop: Richtlinie · Datenampel · Toolcheck · Pilotplan
01Ausgangslage

Warum KI im Bauwesen stockt und was tatsächlich hilft

KI wird in Planungsbüros, Bauunternehmen und Vergabestellen längst genutzt, häufig über private Konten und ohne einheitliche Regeln. Nicht die bekannteste KI gewinnt. Entscheidend ist, ob sie im richtigen Prozess, mit den richtigen Daten und unter klaren Regeln eingesetzt wird.

Kurz erklärt

KI-Werkzeuge wie ChatGPT beantworten Fragen und schreiben Texte, weil sie aus riesigen Textmengen gelernt haben. Sie prüfen nichts nach. Sobald jemand Offerten, Pläne oder Personendaten hineinkopiert, verlässt Firmenwissen das Unternehmen.

Genau daraus entstehen die drei Muster unten. Du musst dafür nichts über Technik wissen — es sind Organisationsfragen.

Schatten-KI

Mitarbeitende arbeiten mit privaten Gratis-Konten. Eingaben, Uploads und Websuche laufen an der Firma vorbei.

Toolchaos

Jede Abteilung testet etwas anderes. Niemand weiss, welches Werkzeug für welche Datenklasse freigegeben ist.

Blockade

Aus Unsicherheit wird alles verboten. Der Nutzen in Submission, Kalkulation und Dokumentation bleibt liegen.

Infografik: Zugang ist nicht Steuerung. 35 Prozent haben Unternehmenslizenzen, 65 Prozent nennen keine.
Quelle: EY AI Survey Schweiz 2026, n=604
Infografik: Private Accounts sind Shadow AI. 29 Prozent erlauben private KI-Accounts, 8 Prozent haben nur darüber Zugang.
Quelle: EY AI Survey Schweiz 2026, n=604

Erst die Leitplanken. Dann der Produktivitätsgewinn.

Dein nächster Schritt: Frag im nächsten Teammeeting offen, wer heute schon KI nutzt und womit. Diese eine Frage zeigt dir in fünf Minuten, wie gross deine Schatten-KI ist.

02Zielgruppen

Wo du stehst: drei typische Ausgangslagen im Bauwesen

Such dir die Spalte, die deinem Betrieb am nächsten kommt. Sie sagt dir, welche Kapitel dieser Seite für dich zuerst zählen.

Planungsbüros

Dokumentation, Leistungsverzeichnisse, Varianten, Protokolle und BIM-Koordination beschleunigen, ohne Projektwissen, Urheberrechte und Kundendaten aus der Hand zu geben.

Weniger Zeit für repetitive Dokumentarbeit. Mehr Zeit für Planung, Qualität und Koordination.

Bauunternehmen

Submission, Kalkulation, Angebotsvergleich, Baustellenrapportierung, Mängeldokumentation und interne Wissensarbeit. Preise, Personal- und Projektdaten sind besonders sensibel.

Schnellere Vorbereitung und sauberere Dokumentation, ohne Kalkulationswissen unkontrolliert auszulagern.

Vergabestellen

Nachvollziehbare Vollständigkeitsprüfungen, Kriterienmatrizen und strukturierte Angebotsvergleiche. Gleichbehandlung und Nachvollziehbarkeit bleiben zwingend.

KI strukturiert und prüft. Menschen bewerten und entscheiden.

Typische Entscheider:innen: Geschäftsleitung, Bereichsleitung, BIM- und Digitalverantwortliche, Kalkulation, Beschaffung, IT sowie Datenschutz und Compliance.

03Praxisnutzen

Wo KI heute am meisten Zeit spart

Die Reihenfolge ist keine Marktstatistik. Sie priorisiert den erwartbaren Nutzen und die Nähe zu bestehenden Bauprozessen. Zu jeder Anwendung gehört ein Kontrollpunkt, der beim Menschen bleibt.

So liest du die Tabelle

Links steht die Aufgabe, in der Mitte, was du dadurch gewinnst, rechts der Punkt, an dem ein Mensch prüfen muss. Der Kontrollpunkt ist kein Kleingedrucktes: KI erfindet gelegentlich Normen, Zahlen und Fristen, die plausibel klingen.

01

Submission

Unterlagen strukturieren, Anforderungen extrahieren, Fristen und Nachweise prüfen.

Kontrolle: Keine automatische Eignungs- oder Zuschlagsentscheidung.

02

Vertragsprüfung

Klauseln, Abweichungen, Pflichten und offene Punkte sichtbar machen.

Kontrolle: Juristische Prüfung bleibt beim Menschen.

03

Angebotsvergleich

Positionen normalisieren, Unterschiede und fehlende Angaben markieren.

Kontrolle: Bewertungskriterien und Gewichtung bleiben verbindlich.

04

Kalkulation

Annahmen dokumentieren, Varianten vergleichen, Texte und Mengengerüste vorbereiten.

Kontrolle: Interne Preise und Margen nur in freigegebener Umgebung.

05

Planung

Varianten, Berichte, Protokolle und Leistungsverzeichnisse vorbereiten.

Kontrolle: Fachliche Plausibilitätskontrolle zwingend.

06

Baustellenrapport

Notizen, Fotos und Tagesberichte strukturiert zusammenführen.

Kontrolle: Personen- und Projektdaten klassifizieren.

07

BIM und CDE

Dokumente erschliessen, Regeln prüfen und Projektwissen auffindbar machen.

Kontrolle: BIM/CDE bleibt führende Datenquelle.

Dein nächster Schritt: Wähle genau eine Zeile aus, die euch heute am meisten Zeit kostet. Mit dieser einen Aufgabe startest du später den ersten Pilotversuch.

04Belegbare Zahlen

Sechs Zahlen, mit denen du intern überzeugst

Diese Zahlen brauchst du, wenn dich jemand fragt, warum ihr euch überhaupt damit befasst. Jede stammt aus einer abgerufenen Quelle, ist verlinkt und nicht geschätzt. Stand der Recherche: 24. August 2026.

Infografik: KI im Bauwesen 2026. 67 Prozent nutzen KI in Teilen, 19 Prozent regelmässig, 4 Prozent breit integriert.
Quellen: RICS GCM 2026, n=1'883 · RLB Procurement Trends Report 2026

60 / 40

Durchschnittliche Zuschlagsgewichtung des Bundes: 60 Prozent Qualität, 40 Prozent Preis.

Reporting Set Beschaffungscontrolling 2024

2,73 Mrd.

Franken, 35 Prozent der Beschaffungszahlungen des Bundes, betreffen den Bau.

Reporting Set 2024

33,4 %

des Vertragsbudgets ist die durchschnittliche Streitsumme in Bauprojekten weltweit.

HKA CRUX Insight 8

74 %

der britischen Architekturbüros nutzen KI in Projekten. 2024 waren es 41 Prozent.

RIBA AI Report

3 336

Einzeltests über 8 KI-Modelle im Kanton Zürich: Zählen und Messen auf Plänen bleibt unzuverlässig.

Innovation Sandbox Kanton Zürich

5 600

fehlende Fachkräfte bis 2040, jede sechste Stelle im Bauhauptgewerbe.

SBV Fachkräftemangelstudie
Infografik: Nutzung ist noch keine Strategie. Nur 9 Prozent der Schweizer Unternehmen haben KI strategisch integriert.
Quellen: EY AI Survey Schweiz 2026, n=604 · UBS Outlook Schweiz 2026

Bewusst nicht aufgeführt, weil nicht unabhängig verifizierbar: pauschale Aufwandsreduktionen einzelner Anbieter. Belegbar ist die qualitative Aussage, dass Angebotsprüfung die erste ökonomisch zwingende KI-Anwendung im Bau ist (Anbieterangabe Scait).

05Tool- und Datenschutzlogik

Tool prüfen: woran du ein freigabefähiges Werkzeug erkennst

Bevor du dich für ein Werkzeug entscheidest: Derselbe Anbieter hat je nach Tarif, Vertrag und Konfiguration völlig unterschiedliche Datenschutzbedingungen. Deshalb wird nicht ein Hersteller freigegeben, sondern eine Prüflogik etabliert.

Warum es auf den Tarif ankommt

Gratis- und Privatabos erlauben dem Anbieter meist, deine Eingaben weiterzuverwenden. Erst ein Geschäftsvertrag mit Auftragsverarbeitungsvertrag (kurz DPA) schliesst das aus. “ChatGPT ist erlaubt” ist deshalb nie eine gültige Antwort — die Frage lautet immer: in welcher Version, mit welchem Vertrag, mit welchen Einstellungen.

01

DPA

Gibt es einen Auftragsbearbeitungsvertrag? Ohne DPA ist jede Verarbeitung schützenswerter Daten ungedeckt.

02

Datenarten

Dürfen Personen- und vertrauliche Daten überhaupt verarbeitet werden, und unter welchen Bedingungen?

03

Eigennutzung

Werden Eingaben oder Ausgaben fürs Training oder andere eigene Zwecke des Anbieters verwendet?

04

Websuche

Welche zusätzlichen Bedingungen gelten für Bing, Google Search oder andere Suchdienste? Hier endet Souveränität oft.

Infografik: Welcher grosse KI-Anbieter eignet sich für Schweizer Unternehmen mit hohem Datenschutzanspruch.
Quelle: VISCHER Teil 31, Stand 8.7.2026 · Anbieterangaben geprüft 24.8.2026 · Keine Rechtsberatung

Praxisregel — nicht verhandelbar

Gratis- und Privattarife raus

Free-, Plus- und private Accounts gehören nicht in Prozesse mit schützenswerten Daten — Offerten, Personendaten, Vertragswerke.

Mindeststandard

  • Business- oder Enterprise-Vertrag
  • Unterzeichneter DPA / Auftragsbearbeitungsvertrag
  • Korrekte Konfiguration (kein Training, Region, Retention)

Produktbedingungen ändern sich häufig. Vor jedem Einsatz gehören Tarif, DPA, Websuche, Unterauftragnehmer und regionale Verarbeitung erneut geprüft. Rechtliche Einordnung: EDÖB und VISCHER.

06Artefakt

Datenampel: welche Daten in welches Tool dürfen

Die Datenampel ist das wichtigste Blatt Papier im ganzen Projekt: Sie sagt jeder Mitarbeiterin, welche Art von Information in welches Werkzeug darf. Grün heisst zulässig, wenn die Grundpflichten erfüllt sind. Gelb heisst nur unter konkret benannten Bedingungen. Rot heisst nicht zulässig oder nur mit ausdrücklicher Zustimmung. Der Auszug zeigt vier von acht Datenklassen aus dem Workshop-Artefakt.

So benutzt du die Tabelle

Links stehen Arten von Informationen, oben vier Umgebungen — vom öffentlichen Gratis-Chat bis zum Server im eigenen Haus. Suche die Zeile deiner Information und schau, welche Farbe in deiner Spalte steht. Rot heisst: gar nicht erst hochladen.

GrünGelbRot
DatenkategorieGratis-ChatbotEnterprise-AboSchweizer HostingOn-Premise

Öffentliche Ausschreibungsunterlagen (auf simap.ch publiziert)

Achtung: Beilagen mit Ansprechpersonen sind Personendaten (Art. 5 lit. a DSG).

GrünGrünGrünGrün

Interne Kalkulationsdaten (Stundensätze, Zuschläge, Marge)

Geschäftsgeheimnis: Vertraulichkeit und Trainingsfreiheit müssen vertraglich belegt sein.

RotGelbGrünGrün

Personendaten Mitarbeitende (Löhne, Qualifikationen, Beurteilungen)

Art. 6, 9 und 16 DSG. Emotionserkennung am Arbeitsplatz ist ausgeschlossen.

RotGelbGrünGrün

Personendaten Bauherrschaft (Namen, Finanzierung, Korrespondenz)

Art. 9 Abs. 1 lit. b DSG: nur wenn keine Geheimhaltungspflicht entgegensteht.

RotGelbGrünGrün

Rechtsbezug: revDSG Art. 6, 9, 16 und 21. Keine Rechtsberatung, sondern Arbeitsgrundlage für die interne Klassifikation.

Dein nächster Schritt: Übernimm diese Tabelle als Entwurf, streiche die Zeilen, die euch nicht betreffen, und lass sie von Geschäftsleitung und Datenschutzverantwortlichen abnicken. Eine Seite genügt.

07Schweizer KI

“Swiss AI” richtig einordnen: Datenstandort ist nicht Datenhoheit

“Schweizer KI” klingt nach Sicherheit, meint aber je nach Anbieter etwas völlig anderes. Schweizer Firma, Schweizer Hosting und Schweizer Modell sind drei verschiedene Eigenschaften. Kein verglichenes Angebot erfüllt derzeit alle drei Ebenen gleichzeitig vollständig.

Kurz erklärt

Drei Dinge werden hier gern vermischt: Wo die Firma sitzt, wo die Server stehen und wer das KI-Modell gebaut hat. Ein US-Konzern kann in Zürich hosten und trotzdem US-Recht unterliegen. Frag darum immer nach allen drei Punkten — plus der Websuche.

Eigenes Modell

Giotto.ai entwickelt ein eigenes Schweizer Modell, mit offenen Fragen zu Hosting und unabhängigen Leistungstests.

Schweizer Dach

Schweizer Firma und Schweizer Recht, während Hosting oder Modelle teilweise aus dem Ausland stammen.

Schweizer Server

Schweizer Infrastruktur, häufig mit offenen Modellen aus China, Europa oder den USA.

Infografik: Datenstandort ist nicht Datenhoheit. Fünf Fragen vor dem Upload zur gesamten Datenkette.
Quellen: EDÖB Cloud-Computing · US Department of Justice, CLOUD Act FAQ
  • Nicht mit dem Schweizer Kreuz argumentieren, sondern mit dokumentierten Datenflüssen und Verträgen.
  • Modellstandort und Chat-Speicherort getrennt abfragen.
  • Websuche separat prüfen. Dort endet die versprochene Souveränität häufig.
  • Modellherkunft transparent machen. Schweigen ist ebenfalls eine Information.

Hosting, Verarbeitung, Modellherkunft und Websuche sind vier Fragen, nicht eine.

Vergleichsbasis: swissAI-Auswertung Schweizer KI-Chats, Momentaufnahme August 2026. Souveräne Bausteine mit Schweizer Datenhaltung: Infomaniak, Apertus und Exoscale.

08Modellwahl

Welches KI-Modell du freigeben kannst und unter welcher Bedingung

Die häufigste Frage in Workshops lautet: Welches nehmen wir denn nun? Hier ist die Kurzfassung des Tool-Checks auf Basis der Analyse von VISCHER Rechtsanwälten, Stand 8. Juli 2026. Bewertet sind Business-Angebote. Gratis- und Privatversionen sind für den Unternehmenseinsatz bei keinem Anbieter geeignet.

Was die Farben bedeuten

Bewertet wird nicht, wie gut ein Werkzeug schreibt, sondern ob du es datenschutzkonform einsetzen darfst. Grün heisst: nutzbar, wenn Vertrag und Einstellungen stimmen. Orange und Gelb heissen: erst nachbessern oder bewusst entscheiden. Rot heisst: Finger weg für schützenswerte Daten.

Grün

Mindestanforderungen erfüllt.

Gelb

Erfüllt, aber nur nach eigenem Risikoentscheid.

Orange

Zusatzvertrag, Opt-out oder Konfiguration nötig.

Rot

Mindestanforderungen nicht erreicht.

Google

Weitgehend einsetzbar

Gemini Enterprise, Workspace, Vertex AI

Innerhalb der Google-Cloud-Vertragswelt grundsätzlich geeignet. Einziger Anbieter mit einer Websuche (“Web Grounding for Enterprise”), die keine Daten fürs Debugging speichert.

Wichtigster Vorbehalt
Für Berufs- und Amtsgeheimnis braucht es einen Zusatzvertrag mit Offline-Billing, meist nur für grössere Kunden. Die kostenlose Business Edition bleibt ungeeignet.

Anbieterinfos →

Microsoft

Bedingt einsetzbar

365 Copilot, Copilot Chat, Azure OpenAI

Microsoft Customer Agreement und DPA sind eine solide Grundlage, inklusive Zusatz für Berufs- und Amtsgeheimnis, den auch KMU erhalten können.

Wichtigster Vorbehalt
Sobald die Bing-Websuche aktiv ist, fällt dieser Schutz weg, auch bei Azure OpenAI. Für Geheimnisdaten nur ohne Websuche und mit deaktiviertem Abuse Monitoring.

Anbieterinfos →

OpenAI

Bedingt einsetzbar

ChatGPT Team / Enterprise, API

Für die Business-Angebote gibt es DPA, Geheimhaltungsverpflichtung und die Zusage, dass keine Trainingsnutzung stattfindet.

Wichtigster Vorbehalt
Das DPA deckt keine besonders schützenswerten Personendaten ab. Neue Unterauftragsbearbeiter können per Blogpost angekündigt werden. Für Berufs- und Amtsgeheimnis derzeit nicht geeignet.

Anbieterinfos →

Anthropic

Bedingt einsetzbar

Claude Team / Enterprise, API

Business-Angebote mit DPA, Geheimhaltung und Zusage gegen KI-Training. Claude lässt sich alternativ über Microsoft, Google oder AWS unter deren Vertragswelt beziehen.

Wichtigster Vorbehalt
Wie bei OpenAI deckt das DPA keine besonders schützenswerten Personendaten ab. Für Berufs- und Amtsgeheimnis gibt es direkt bei Anthropic derzeit keinen Weg.

Anbieterinfos →

DeepL

Einsetzbar

DeepL Pro

Für Übersetzungen von Personendaten und vertraulichen Inhalten zwingend Pro. Die Gratisversion nutzt eingegebene Daten für eigene Zwecke.

Wichtigster Vorbehalt
Kein Standardzusatz für Berufs- und Amtsgeheimnis; individuelle Anpassungen nur bei entsprechendem Vertragsvolumen.

Anbieterinfos →

Schweizer Anbieter

Im Einzelfall prüfen

u.a. MTF, Alpine AI

Schweizer Provider mit eigenen Auftragsbearbeitungsverträgen. MTF schneidet durchwegs gut ab, die Bandbreite ist aber gross.

Wichtigster Vorbehalt
Bei Alpine AI gilt die Vertraulichkeit nur befristet, die Datennutzung bei Websuche über Dritte bleibt unklar.

Anbieterinfos →

Bevor du freigibst

  • Vertragsebene klären: Welcher Vertrag gilt für welche Version des Tools?
  • Abuse Monitoring prüfen: Gibt es ein Opt-out und ist es aktiviert?
  • Websuche separat beurteilen: Sie untersteht meist anderen Bedingungen.
  • Weisung erlassen: Eine Tool-Freigabe allein ersetzt keine Datenregeln.

Vollständige Einordnung mit allen Anbietern: KI-Tool-Check · Grundlage: VISCHER KI-Blog-Serie Teil 31, Stand 08.07.2026.

Dein nächster Schritt: Kläre zuerst, welchen Vertrag ihr heute schon habt — oft ist Microsoft 365 bereits im Haus und damit ein freigebbarer Weg vorhanden, ohne dass jemand etwas Neues kaufen muss.

09Pragmatische Empfehlung

Das 3-Zonen-Modell: klare Regeln statt pauschaler Verbote

Das ist die Kernidee dieser Seite. Statt einer generellen Freigabe oder eines generellen Verbots: drei klar getrennte Zonen mit unterschiedlichen Regeln, Werkzeugen und Verantwortlichkeiten.

Kurz erklärt

Stell dir eine Baustelle vor: öffentlicher Bereich, abgesperrter Bereich, Sperrzone. Für Daten gilt dasselbe. Jede Zone hat eigene Werkzeuge, eigene Regeln und eine verantwortliche Person. Wer weiss, in welcher Zone er arbeitet, muss nicht bei jedem Dokument neu nachdenken.

Zone 1

Alltag und öffentliche Daten

Ist Microsoft 365 vorhanden, ist Copilot ein pragmatischer Standardassistent. Alternativ eine Enterprise-Umgebung mit DPA. Beispiele: E-Mails, Protokolle, Recherche, bereits öffentliche Submissionsunterlagen.

Zone 2

Vertrauliche Projektdaten

Verträge, Angebote, Kalkulation sowie Personal- und nicht öffentliche Projektdaten gehören in eine kontrollierte Umgebung. Websuche deaktivieren, Zugriffe protokollieren, Löschung regeln, regionale Verarbeitung prüfen.

Zone 3

Führende Kernsysteme

BIM, CDE, ERP und Kalkulationssystem bleiben die verbindliche Datenquelle. KI greift kontrolliert über API oder RAG zu. Datei-Uploads in beliebige Chats sind kein Integrationskonzept.

Standardisieren, trennen, kontrollieren.

Dein nächster Schritt: Ordne eure fünf häufigsten Dokumenttypen einer Zone zu. Was übrig bleibt und sich nicht zuordnen lässt, ist genau der Fall, den ihr zuerst klären müsst.

10Umsetzung

In vier Schritten startklar

Kein IT-Projekt, kein Budgetantrag. Diese vier Schritte schaffst du mit einem kleinen Team in wenigen Wochen — in dieser Reihenfolge.

  1. 1

    KI-Richtlinie

    Genehmigte Tools, Datenampel, Regeln für Websuche und Uploads. Eine Seite reicht für den Start.

    Zum KI-Richtlinien-Generator
  2. 2

    Daten klären

    Datenarten, Aufbewahrung, Löschung und Verantwortlichkeiten pro Prozess festlegen.

  3. 3

    Prozesse wählen

    Drei Pilotfälle mit messbarem Nutzen, klarer Datenquelle und definierter Qualitätskontrolle.

  4. 4

    Haltung entwickeln

    Team schulen, Fehler sichtbar machen, Regeln nach jedem Pilot verbessern.

Dein nächster Schritt: Fang mit Schritt 1 an: Der verlinkte Generator erstellt dir kostenlos eine erste KI-Richtlinie, die du intern anpassen kannst.

12Tool-Landschaft

Software nach Aufgabe: welches Werkzeug wofür

Auszug aus der Recherche vom 24. August 2026. Preise und Bedingungen sind Momentaufnahmen und müssen vor jedem Einsatz erneut geprüft werden. “n.a.” heisst: aus der abgerufenen Quelle nicht belegbar.

13Podcasts

Podcasts: Praxiswissen für unterwegs

Konkrete Einzelepisoden statt Podcast-Namen. Der Schweizer Bezugspunkt ist BauTechTalk, ergänzt um die deutschsprachige BIM-Community und internationale ConTech-Debatten.

Deutschsprachig

Englischsprachig

16Nachschlagen

Glossar: die Begriffe dieser Seite in einfachen Worten

Kein Fachchinesisch nötig. Wenn dir auf dieser Seite ein Wort begegnet, das du nicht sicher einordnest, findest du es hier in einem Satz erklärt.

KI / Sprachmodell
Ein Programm, das aus riesigen Textmengen gelernt hat, Sprache fortzusetzen. Es kennt keine Wahrheit, es rechnet Wahrscheinlichkeiten. Deshalb muss jedes Ergebnis von einem Menschen geprüft werden.
Prompt
Die Eingabe, die du dem Werkzeug gibst — also deine Frage samt Unterlagen. Je klarer Auftrag, Rolle und Format beschrieben sind, desto brauchbarer das Ergebnis.
Halluzination
Eine erfundene, aber überzeugend formulierte Antwort. Typisch bei Normen, Paragraphen und Zahlen. Darum gilt in jedem Prozess ein menschlicher Kontrollpunkt.
Schatten-KI
Mitarbeitende nutzen KI über private Konten, ohne dass die Firma es weiss oder regelt. Die Daten verlassen dabei unkontrolliert das Unternehmen.
Gratis- vs. Business-Tarif
Beim Gratis- oder Privatabo darf der Anbieter deine Eingaben in der Regel weiterverwenden. Erst der Business- oder Enterprise-Vertrag schliesst das vertraglich aus.
DPA / AVV
Auftragsverarbeitungsvertrag. Der schriftliche Vertrag, der regelt, was ein Anbieter mit deinen Daten tun darf. Ohne ihn gehören keine Kunden- oder Personendaten ins Werkzeug.
Training / Opt-out
Ob deine Eingaben zur Verbesserung des Modells verwendet werden. Opt-out heisst: du kannst das abschalten — und musst es aktiv tun.
Abuse Monitoring
Missbrauchskontrolle des Anbieters: Eingaben werden zwischengespeichert und teils von Menschen gesichtet. Bei sensiblen Daten braucht es dafür eine Ausnahme.
Hosting / Datenstandort
Der Ort, an dem die Server stehen. Schweizer Standort allein bedeutet nicht, dass nur Schweizer Recht gilt — entscheidend ist, wer den Anbieter kontrolliert.
revDSG
Das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz. Es verlangt unter anderem Transparenz, Zweckbindung und Sorgfalt bei der Weitergabe von Personendaten ins Ausland.
BIM
Building Information Modeling. Die Planung am gemeinsamen digitalen Bauwerksmodell statt an getrennten Plänen. KI arbeitet hier auf Modelldaten, nicht auf PDF.
Submission
Das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren. KI hilft beim Lesen und Vergleichen der Unterlagen — die Vergabeentscheidung trifft immer der Mensch.
17Einwände

Häufige Fragen, ehrlich beantwortet

Warum nicht einfach ChatGPT oder Copilot freigeben?+

Weil derselbe Anbieter je nach Tarif, Vertrag und Konfiguration unterschiedliche Datenschutzbedingungen hat. Die Freigabe muss produkt- und funktionsbezogen erfolgen.

Dürfen wir Verträge oder Pläne hochladen?+

Nur wenn Datenklasse, Vertrag, Aufbewahrung, Zugriffe und mögliche Unterauftragnehmer geprüft sind. Für vertrauliche Daten braucht es eine kontrollierte Umgebung.

Reicht Schweizer Hosting?+

Nein. Hosting, Verarbeitung, Modellherkunft, Websuche und Vertragsrecht sind getrennte Prüfpunkte.

Brauchen wir vor dem Pilot eine vollständige Strategie?+

Nein. Für den Start reichen eine einseitige Richtlinie, eine Datenampel, genehmigte Tools und klar begrenzte Pilotfälle.

Darf KI über eine Vergabe entscheiden?+

KI kann strukturieren, vergleichen und auf Auffälligkeiten hinweisen. Der nachvollziehbare Entscheid bleibt beim Menschen.

Dürfen wir Sitzungen und Baustellenbesprechungen automatisch transkribieren?+

Ja, wenn Einwilligung, Speicherort und Aufbewahrung geklärt sind und das Tool zur Datenklasse passt. Welche Transkriptionslösungen für Schweiz und EU dafür in Frage kommen, zeigt der Meeting-Tool-Check auf transcribe.fragroger.ai. Für vertrauliche Vergabe- oder Personalgespräche gilt: entweder eine Lösung im bestehenden Vertrag (z. B. Teams Premium) oder eine selbst gehostete Transkription.

Welchen Chatbot sollen wir für interne Fragen einsetzen?+

Für einen Assistenten auf euren eigenen Dokumenten empfiehlt sich Giotto.ai als Schweizer Anbieter mit Verarbeitung in der Schweiz. Wer volle Kontrolle will, hostet selbst und kombiniert das mit Mistral-Modellen. Ist Microsoft 365 bereits im Haus, ist Copilot der schnellste Weg ohne neuen Anbietervertrag. In allen Fällen gilt: Datenklasse festlegen, DPA prüfen, Websuche bewusst ein- oder ausschalten.

Muss daraus ein grosses IT-Projekt werden?+

Nein. Ein Pilot startet klein. Entscheidend sind ein abgegrenzter Prozess, geeignete Daten, eine verantwortliche Person und klare Qualitätskriterien.

18Das Angebot

KANN ICH DIR WEITERHELFEN? VOM TOOLCHAOS ZUR UMSETZUNG 

Module

  • Praxisnutzen

    Anwendungen für Planungsbüro, Bauunternehmen und Vergabestelle priorisieren.

  • Governance

    Datenampel, genehmigte Tools, Websuche und Upload-Regeln festlegen.

  • Toolentscheidung

    Anbieter anhand von DPA, Datenarten, Training und Suchfunktionen prüfen.

  • Prozessarbeit

    Drei Pilotfälle mit Datenquelle, Verantwortlichen und Qualitätskriterien definieren.

  • Umsetzung

    Pilotzeitraum, Schulung, Messgrössen und Review festlegen.

Was du danach in der Hand hast

  • Entwurf einer einseitigen KI-Richtlinie
  • Datenampel mit grünen, gelben und roten Datenklassen
  • Tool- und Anbieter-Checkliste mit vier Prüfkriterien
  • Drei ausgearbeitete Pilotkarten
  • Pilotplan: zwei Wochen Vorbereitung, sechs Wochen Test, danach Risiko- und Nutzenentscheid

Angebotsarchitektur

Primär: Inhouse-Workshop, Halbtag oder Tag. Sekundär: Führungskräfte-Briefing, 60 bis 90 Minuten. Optional: Begleitung des achtwöchigen Piloten. Dauer, Teilnehmerzahl und Preis werden auf deine Organisation abgestimmt.

Workshop anfragen
Roger Basler de Roca

Referent · Ökonom · Unternehmer

Roger Basler de Roca

Ich übersetze KI in Arbeitsweisen, die im Alltag von Planung, Ausführung und Vergabe standhalten. Über 100 Vorträge und Workshops pro Jahr, Fokus auf Umsetzung in KMU statt auf Technologie-Demos.

Nächster Schritt

Klären wir deine Pilotfelder.

Im Vorgespräch schauen wir uns deine Prozesse in Submission, Kalkulation, Planung und Dokumentation an und benennen drei Pilotfälle, die sich innerhalb von acht Wochen testen lassen. Ohne Verpflichtung und ohne Produktverkauf.

Schweizer Kontext · Konkrete Pilotfälle · Keine automatisierten Vergabeentscheide

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